Mode

Schöner kleben

 

Photo: „Philatelie vom Feinsten“, ND

Musik: Tschaikowsky – Briefszene / Eugen Onegin

 

In meinem Universum sind handgeschriebene Briefe Usus. Briefe dieser Art sind sehr kostbar, da man sich – idealerweise - vorher dreimal überlegen sollte, wie und was man schreibt. Und das nicht nur aus Gründen der Wertschätzung. Wer will schon 148mal ansetzen, damit es auch noch schön aussieht, wir sind ja eitel. Insofern wählt man die Worte besonders weise. Manchmal kommt mir auch vor, dass Beziehungen (etwa die Beziehung zu meinen geschmackvollen Sportschuhen) dank Briefwechsel eine ganz eigene Intensität erfahren, in welche Richtung auch immer. Das erinnert mich an meine Jugend: es reichte nicht, dass wir einander sahen und miteinander telefonierten, nein – auch Briefe mussten her, die meist in dramatischen, schief geklebten Kuverts Marke Eigenkreation steckten. Und heute? Da gelten Briefe als so eine Seltenheit, dass so mancher diese auch noch stolz zum Geburtstag verschenkt. Tant pis chérie!

Faszinierend auch die visuelle Persönlichkeit eines Briefes: das beginnt bei der Wahl des Papiers, sowie des Schreibgerätes und endet beim Motiv der Briefmarke. Hat der Absender weder Zeit noch Mühe gescheut oder gehört er eher zu den Eiligen? Und weil es so schön ist, könnten wir jetzt auch noch die Aussage der Handschrift und die sogenannte Sprache der Briefmarken unter die Lupe nehmen, aber darin will ich mich gar nicht erst auskennen...

 

Alles Gute von Wolke 7!