Seelenkost

Stadt des Lichts

 

Artwork: „Paris je t’aime“, Marie-Thérèse Czapka

Musik: Pharrell Williams - Happy

 

Mancher Ort birgt 1000 Gesichter. Wie so mancher Mensch. Mit einer Stadt, die man neu kennenlernt, verhält es sich oft wie mit einer zwischenmenschlichen Beziehung: je nachdem, wie sehr man sich öffnet, zeigt sie verschiedene Facetten ihrer Persönlichkeit, gibt große und kleine Geheimnisse von sich preis. Mal mehr, und mal weniger. Paris ist so ein Ort. Paris und ich – das war quasi Liebe auf den ersten Blick. Wie Jahre später etwa auch Helsinki und ich, wenn auch auf einer ganz anderen Gefühlsebene. Manchmal stimmt einfach die Chemie - paff – gleich von der ersten Sekunde an. Das gilt auch dann, wenn, wie in meinem Fall, quasi von Haus aus der Boden dafür bereitet wurde, dank begeisterter Erzählungen, als auch dank Pariser Verwandtschaft. Wie dem auch sei. Offenes Geheimnis ist, dass jeder Ort und jede Zeit eine ganz eigene Mentalität und ein eigenes Lebensgefühl haben, was prinzipiell wundervoll ist, allerdings kommt es dabei auf die Kompatibilität (so ein Zungenbrecher aber auch) an, respektive, wie sehr man sich darauf einlassen möchte. Und was, wenn mich das Fernweh packt, ich ad hoc aber nicht verreisen kann? Dann koche ich etwa italienisch, murmle auf Bayerisch in meinen nicht vorhandenen Bart oder shoppe schlicht ein finnisches Accessoire. Beziehungsweise gleich ein ganzes Kaffeeservice aus den 1960er Jahren, um anschließend, Tränen des Glücks im Auge, Freudentänze aufzuführen und laut „Hollaridulijöööh“ zu rufen - aber das ist eine andere Geschichte. Apropos Jubeltänze: ganz besonders freue ich mich auf DEN Wiener Pflichttermin im heurigen Herbst (ogottwassollichnuranziehen?!?!?!). Soll ich verraten auf welchen? Soll ich wirklich? Gut, ausnahmsweise: der Abend des 27. November 2015 steht bei mir ganz im Zeichen des französischen Chansons, und zwar auf höchstem Niveau. Kein Wunder, lädt doch die einzigartige Valérie Sajdik elegant-humorvoll und energiegeladen wie immer, zu einer geistreichen, musikalischen Zeitreise ins Wiener Konzerthaus, mit schicken Klassikern von Piaf bis Brel. Wer eine Karte für „Paris je t’aime“ ergattert, darf sich auf einen Abend mit ziemlich spannenden Gästen, rhythmischem Stepptanz, A cappella und Sprechgesang, sowie Liedtexte zum mitlesen freuen.

 

Alles Gute von Wolke 7!